Sehr lange ist es her seit ich das letzte Mal auf spanischem Festland gewesen bin – etwa 10 Jahre. Vieles hat sich verändert. Mir scheint es die Strassen sind in einer wesentlichen besseren Verfassung. Die Häuser sind zwar von halb zerfallen bis ganz neu, doch würde ich meinen der Lebens-Standard ist sichtbar höher.
Wir folgen dem Ebro. Es windet heftig, die Strasse (C12) führt uns bergauf und bergab jedoch immer dem Ebro entlang. Gleich bei der nächsten Biegung finden wir einen Parkplatz mit Übernachtungsmöglichkeit. Da stellen wir uns hin. Wir steigen aus dem Womo. Halte bitte die Türe, sonst knallt sie ….! schreie ich, doch schon zu spät. Der Wind reisst die Türe förmlich aus der Hand und sie prallt mit voller Wucht an die Womo-Aussenwand. Glück gehabt, ausser einem Schrecken ist nichts passiert. Tief unter uns schlängelt sich der Ebro durch die Landschaft. Der Ebro ist mit seinen 910Km der zweitlängste Fluss von Spanien. Auf der gegenüberliegenden Seite steht ein Bauernhof mit Weinreben. Bald gesellen sich noch 2 LKWs zu uns hin. Ziemlich knapp der Parkplatz. Einer der LKWs findet das auch und fährt weiter. Bald schon ist der freigewordene Platz von einem anderen Womo besetzt.
Nach ausgiebigem Frühstück (meistens Birchermüesli mit viel frischen Früchten) und einer Tasse heissem Kaffee geht die Reise weiter. Wir möchten heute unser nächstes Ziel Nähe von Valencia erreichen. Dort habe ich einen schönen Platz im Visier.
Plötzlich leuchtet die rote Lampe im Armaturenbrett auf…was ist jetzt wieder los? Die Wasserlampe leuchtet auf, wir halten auf dem Pannenstreifen an. Im Rückspiegel sehen wir wie Kühlerwasser ausläuft. Schnell ist klar was die Ursache ist, ein poröser Wasserschlauch. Dabei haben wir die MAN-Garage ausdrücklich gebeten ALLE Wasserschläuche auszuwechseln. Der ging wohl vergessen. Nach ca 40 Minuten ist der Defekt behoben.
Es beginnt zu regnen und wir haben Valencia vor Dunkelheit erreicht. Nun ist es ein Katzensprung bis zu unserem Schlafplatz direkt am Meer.

der böse Schlauch.. 
Strandparking 
direkt am Meer
In Alicante besuchen wir einen ehemaligen Arbeitskollegen. Er zeigt uns seine neue Heimat. Zusammen geniessen wir einige unterhaltsame Tage bevor wir weiterziehen.
Das waren wirklich supertolle Tage, die uns geschenkt hast – Vielen Dank! Nun müssen wir aber wieder weiter das nächste Abenteuer lockt. Mit dem Finger auf der Karte haben wir uns eine besondere Sehenswürdigkeit ausgesucht. 50Km südlich von Madrid und heisst Aranjuez mit dem Palacio Real. Das Schloss gehört auch zum UNESCO-Welterbe. Erbaut wurde es im 16. Jahrhundert durch den spanischen König und genutzt als Sommerresidenz. Berühmt wurde es für seine ausserordentlich angelegt Parkanlage.
Die Parkanlage ist genau das was wir besichtigen wollen. Der Beschreibung nach ist es ein richtiger Inselgarten von exotischem Hauch. Da bin ich ja richtig gespannt und freu mich schon auf den eindrücklichen Spaziergang.
Auf dem endlos leeren Parkplatz mussten wir schauen, wie wir nun unser Womo abstellen – Tausend Möglichkeiten. Ein kurzer erster Spaziergang dem Fluss entlang zum Schloss. Nun standen wir also da. Scheinbar wartete alles nur auf uns. Wir sind also die Ersten und die Einzigen die das Schloss besichtigen wollen. Wegen Umbau und Renovation ist die schöne Insel-Parkanlage geschlossen. Das Schloss könnte man in abgekürzter Version besichtigen. Naja – die Enttäuschung war gross. So beschliessen keine Schlossbesichtigung, statt dessen machen wir eine Stadtbesichtigung.

Unser Weg auf der M-601 führt uns über den Pass Puerto de Navacerrada auf 2000 müM. Hier befindet sich das gleichnamige Skigebiet kurz vor dem Start in die nächste Wintersaison. Einige Info-Tafeln stehen schon draussen.
Nach den Schneeflocken, fliegen uns jetzt wieder die Regentropfen in Massen entgegen. Feucht und kalt empfängt uns das kleine geschichtsträchtige Städtchen Segovia. Wir stellen unser Womo auf den Busparkplatz und begeben uns durch den sumpfigen Boden auf den nächsten Gehsteig. Das Städtchen ist mit Pflasterstein-Strassen belegt, enge Gassen führen durch das Städtchen und sehr viel Touristen sind unterwegs. Segovia ist berühmt für sein aus der Römerzeit stammende Bauwerke. So zum Beispiel das Aquädukt, Stadtmauer, das Schloss Alcazar aus dem 11. Jhrd und viele andere interessante Bauwerke.
Wir verlassen das regnerische Städtchen und übernachten unterwegs. Nochmals führt die Strasse hinauf ins nicht mehr so hohe Kantabrische Gebirge bis wir endlich Santiago de Compostela erreichen. . Wir stellen unser Womo auf den grossen Parkplatz und machen uns zu Fuss auf den Marsch zu Innenstadt. Einigen Pilgern begegnen wir. Ob zu Fuss, per Rad oder Auto man erkennt sie sofort. Regenschirm/-jacke, Rucksack, Fotoapparat und den Zeichen der Jakobsmuschel folgend.
Auf dem grossen Platz vor der Kathedrale sieht man die eigenartigsten Sachen. Einige Küssen den Boden, fallen auf die Knie und beten andere sind halb erschöpft doch mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Jeder hat seine eigene Art sich zu äussern.
Welche Bedeutung hat die Jakobsmuschel? Welche Geschichte steckt wohl dahinter? Die Echte Jakobsmuschel (P. maximus) soll ihren Namen einer späteren Legende gemäß folgenden Ursprung haben:
Ein junger Adliger ritt einst dem Schiff entgegen, mit dem der Leichnam des Apostels Jakobus nach Spanien gebracht wurde. Unglücklicherweise versank er dabei im Meer; jedoch rettete Jakobus auf wundersame Weise sein Leben und half dem Ritter, das Ufer zu erreichen. Dadurch war sein Körper über und über von Muscheln bedeckt, und aus diesem Grund wird die Muschel seitdem als Schutzzeichen getragen.
Aus welchen Gründen pilgert man nach Santiago de Compostela?
weil man sich von Sünden und Schulden befreien erhofft, auf ein Wunder hofft, wegen eines Gelübdes in einer gefahrvollen Situation oder aus purem Dank.
Per Zufall entdeckten wir unweit von Santiago de Compostela ein romantischer Ort mit Wandermöglichkeiten am Rio Barosa. Das lassen wir uns nicht entgehen. Der Weg beginnt hinter der Brücke gleich beim grossen Wasserfall. Der schmale Weg führt uns durch dickes Dickicht und Felsen. Ein Sprung und die Hosen sind nass und zerrissen, oje und alles wegen diesem doch sehr anspruchsvollen Wanderweg durch das Dickicht. Alles dem Bach entlang bis zu einer Lichtung. Gut versteckt entdecken wir ehemalige Mühlen, Häuser und mit Moos überwachsene Mahlsteine. Unweit von unserem Fundort quaken Gänse. Was ist den das? Eine superschöne Strasse führt zum gleichen Ziel. Also haben wir doch den falschen Weg gewählt? Nochmals über eine Brücke und wir wandern weiter durch den Wald. Ein Wanderzeichen bestätigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Doch was ist das nun? Ein umgestürzter Baum versperrt uns den Weg. Wieder ein Sprung über ein Bächlein, doch dieses Mal klappte es. Nach diesem Hindernis werden wir mit feinen essbaren Kastanien belohnt. Wir füllen unseren Rucksack. Mei, gibt das ein feiner Schmaus! Bald führt uns der Weg wieder über eine Brücke und zur Strasse. Diese führt uns wieder zum Ausgangspunkt. So jetzt git’s heissi Marroni!
Nun unsere zweitletzte Station in Spanien heisst Sevilla. Eine Stadt die Bände schreibt. Viele Eroberer, mehrere Völker und unzählige Kriege verbindet die Stadt. Die verschiedenen Epochen zeigen sich in den zahlreichen Prachtbauten. Sevilla wird auch als Wiege des Flamenco bezeichnet. Was mich am meisten begeistert ist der Plaza de España. So viele Kulturen und Künstler sieht man selten an einem Ort. Junge üben sich im Gitarre spielen, singen oder tanzen den Flamenco. Eine wahre Bühne der Musen.
Mit unserem E-Bike begeben wir uns auf Entdeckungstour. Ich bin erstaunt über die gut angelegten Fahrradstreifen. Ein richtiges Fahrradweg-Paradies. Schnell und sicher erkunden wir vom einen Platz zum nächsten Platz. Die wunderschöne Parkanlage von Maria Luisa hat es uns angetan. Wir fahren vom schönen Rosengarten zum Löwenbrunnen. Dieser ist allerdings zur Zeit ohne Wasser. Doch gleich daneben stürzt sich ein kleiner Wasserfall vom Aussichtsplateau Gurugu herab. Gleich davor steht ein ehemaliger Baum mit Zeitgeschichte. Wir steigen wieder auf unsere E-Bikes und fahren zum fantastischen Plaza de España. Wir können uns fast nicht losreisen.
Unweit von der Parkanlage befindet sich der Palacio de San Telmo. Auf dem Radweg weiter geht’s auf die Bahnhofstrasse oder wir nennen sie mal so. Hier fährt das Tram und sie gehört zum Stadtzentrum. In einer Bäckerei können wir nicht widerstehen und kaufen uns einer der Leckereien. Gleich rechts um die Ecke steht die Kathedrale in voller Pracht. Die vielen Türme und das Geschnörkel, einfach Wahnsinn. Wer musste da oben wohl arbeiten? Die Steine und Monumente hochheben? und das alles ohne unsere heutigen Kräne. Ein echtes Kunstwerk! Die Stadtmauer scheint aus einer anderen Epoche zu stammen, nämlich von 100 v.Chr. von Julius Cäsar erbaut. Danach wurde sie immer wieder neu aufgebaut – erhöht und erweitert, dann wieder durch Kriege zerstört. Die nächste Strasse links und wir befinden uns auf einer mit Pflastersteinen gebaute enge Gasse. Hier möchte ich nicht mit unserem Womo durchfahren müssen. Viel zu eng! Endlich den Ausweg aus diesem Gassen-Labyrinth gefunden und wir stehen vor dem nächsten eindrücklichen Gebäude. Die Corrida del Torro oder Stierkampfarena. Sie ist die zweitgrösste Arena von Spanien und ist ellipsenförmig angelegt. Zwei Pedalen Tritte weiter und der Torre del Oro steht vor uns. Von da ist es nicht mehr weit zu unserem Womo-Stellplatz. Kurz vor der Dunkelheit sind wir wieder Zuhause.





































































