Ost-Trip 3

REPORT 10: Einreise von Weiss-Russland nach Kasachstan
Gefahrene Strecke: RUS – Troisk  nach KAZ – Karabalyk
Und auf geht’s zur nächsten Grenze Russland – Kasachstan. Viel haben wir gehört und noch mehr gelesen. Eigentlich funktioniert der Grenzübertritt fast wie bei uns. Ok, ein bisschen chaotischer, doch daran gewöhnt man sich schon fast. Durch die Umtriebe mit den Stossdämpfern sind wir eine Woche in Rückstand. Deshalb haben wir uns entschieden, doch nicht über Omsk zu fahren und den näheren Grenzübertritt gewählt.
Doch eines gleich vorweg, die Strecke Jekatrinburg – Chelyabinsk – Troisk ist die schlimmste Strecke in Russland, welche wir gefahren sind. Wenn möglich umfahren! Es wird zwar gebaut und erneuert, doch ich denke das dauert noch.
Auf der A-310 gelangt man direkt zum Zoll. Es ist alles gut beschildert. Wir fahren und fahren, nichts passiert, kein Zoll weit und breit – Womo allein unterwegs. Haben wir uns verfahren? Falsch abgebogen? Ich schau nochmals auf das Navi, alles im grünen Bereich. Weiter also. Nach fast unendlich langer Fahrt sehen wir endlich ein Ende – Das Ende eines langen LKW-Staus. Überholen JA – Nein? Es ist eng – die Strasse ist nur 2-spurig und es kommen immer wieder Fahrzeuge entgegen. Wir sind mutig und überholen und überholen – fast 12 KM lang. Kurz vor der eigentlichen Grenze treffen wir auf andere PKW’s. Dieser „Stau“ ist zum Glück nur etwa 10 Fahrzeuge lang. Jupieee!

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Wir wissen, dass nach der Grenze auf kasachischem Boden keinen Meter ohne Versicherung gefahren werden darf. Wie stellt man das an? Gibt es auch so orange Häuschen mit der Aufschrift CTPAXÓBKA, wie bei der Grenze nach Russland?
Die Antwort lautet: Jein.
Die Häuschen befinden sich auf noch russischem Boden und man wird förmlich umringt von Versicherungsagenten. Jeder will uns seine Versicherung verkaufen. Die Wahl fiel auf ein junges Pärchen. In einem ur-ur-alten Wohnwagen wurde die Versicherung erstellt. Die Fens-ter fielen beinahe ab und auf dem Boden liegt ein alter Teppich, der ein Loch verdeckt. Diesmal verstehen wir uns mit Händen/Füssen und ein paar Brocken Englisch. Gut hab ich die russische Rep10_03Versicherung mitgenommen. Alles wird abgeschrieben und ta-ta-ta-ta der Volkswagen MAN haben wir behalten. Von den Versicherungsagenten erhalten wir nebst der Versicherungspolice (siehe oben) ebenfalls die Migrationskarte. Vielen Dank!
Hey STOP ich will mit! Unser Mobil darf bis zur 2. Position vorfahren. Knapp schaffe ich noch einzusteigen. Es geht weiter. Der Zöllner schaut und traut seinen Augen nicht. Schnell noch ein Blick. Er tritt heran und fragt in Russisch…..öhmd wir verstehen nur Bahnhof, er lächelt. Schnell wird der Zöllner sehr freundlich und hilft uns weiter. Er übergibt uns nochmals die Migrationskarte und zusätzlich einen Mini-Zettel für das Womo. Schon Rep10_04alles ausgefüllt. Jetzt weiss ich weshalb er so lächelt. Jetzt zur nächsten Station – Zollhof. Der Zöllner weist uns ein. Er möchte genau 2 Sachen von uns: den Mini-Zettel und eine Womo-Besichtigung. Voller Stolz und auch mit einem Lächeln, verlässt er unser Womo wieder ohne einen Schrank geöffnet zu haben. Nein, wir werden sogar zur Personen – Kontrolle auf der anderen Seite begleitet. Nur der rote Teppich fehlt. Er ruft eine Kollegin und erteilt ihr die Anweisung uns zu begleiten und wenn nötig zu helfen. Alles klappte wie am Schnürchen.
Jetzt kommt der Trick mit dem Warenschein. Kannst du dich noch erinnern? Bei der Einreise nach Russland musste ich unbedingt diesen Warenschein ausfüllen. Diesen die ganze Zeit mitführen, ja nicht verlieren und bei der Ausreisen aus Russland muss ich diesen wieder ab-stempeln lassen. Ist sehr wichtig wurde uns damals erklärtRep10_05. Das interessiert hier wirklich nie-mand – nein man möchte sogar glauben, die russischen Zöllner wissen gar nicht was dieses Papier soll. Wir beharren jedoch einen Stempel darauf zu erhalten. Mit schiefem Blick stempelt er den Warenschein. Freude herrscht!
Wir fahren zur kasachischen Grenzkontrolle. Wieder ein Wettlauf – Wer ist zuerst? Ein, zwei Fahrzeuge überholen uns auf der Zielgeraden. Hinter den beiden parken wir. Steigen aus und gehen mit dem Pass zum nächsten Häuschen. Dort stehen die beiden schon in einer der beiden Kolonnen an. Wir stellen uns hinter sie und schauen genau zu wie das so läuft. Pass zum Schalter bringen, einen grossen Schritt zurück, Brille abziehen und in die Kamera schauen. Diese befindet sich etwa 2 Meter entfernt über dem Zollbeamten. Warten bis er dich ruft. Sofern man etwas versteht und die Fragen beantworten. Wir erzählen mal wohin wir wollen. Treffer – der Kandidat hat 100 Punkte. Der Einreisestempel erfolgt und wir erhalten die 2 Stempel auf der Migrationskarte. Nun können wir uns während 30 Tagen in ganz Kasachstan frei bewegen. 2 Stempel auf der Migrationskarte (das ist wichtig!), der Pass einen Stempel. Bei nur einem Stempel auf der Migrationskarte, muss man innert 5 Tagen die Migrationsbehörde aufsuchen. Dazu sage ich nur, das war Stress pur!
Trotzdem: Eigentlich ganz schön schnell und im Endeffekt problemlos sind wir in Kasachstan eingereist. Wir steigen wieder ein und fahren weiter. Ganze 3 Std dauert die Prozedur. Ein letzter Check, ein nettes Lächeln und wir fahren in Kasachstan ein. Kasachstan wir kommen! ЗДРАВСТВУЙТΕ

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