Unsere erste Station heisst „Sur le Pont d’Avignon“
Es ist schon Nacht und wir suchen in der Dunkelheit unser Schlafplatz. Juhui wir finden ihn gleich gegenüber des Papstpalastes auf der grünen Insel. Am nächsten Morgen erkunden wir mit unserem E-Bikes die Stadt. Es gibt sogar extra für uns einen Fahrradweg. Alles ist sehr gut beschildert. Wir folgen diesem. Noch einmal links und wir stehen vor der endlos scheinenden Stadtmauer, 4330 Meter lang soll diese sein und wurde von der UNESCO zum Weltkulturgut erklärt. Weiter auf dem Weg geht’s in Richtung Papstpalast. Am Place d’Horloge fahren wir vorbei. Einige Restaurants stellen die Stühle in die Sonne und die ersten Gäste setzen sich hin.
Oh was ist das denn…? Wir stellen unsere E-Bikes ab. Auf der rechten Seite schauen wir die Wänden hinauf…wow der Papstpalast scheint bis zum Himmel zu gehen. Ich schätze mal gegen 40 Meter hoch müssten die Mauern sein. Aus der dunklen Ecke erklingt ein Saxophone. Gemächlich und staunend passieren wir den Hauptplatz. Auf der rechten Seite steht nun das grösste gotische Bauwerk aus dem Mittelalter, der Papstpalast. Seine massive Bauart verleiht einem das Gefühl von Festung eher als von einem päpstlichem Sitz. Die Kathedrale befindet sich gleich anschliessend. Vom Park Rocher des Doms sieht man die berühmt und viel besungene Brücke von Avignon. Dazu gibt es natürlich wieder eine Geschichte:
Bénezet, ein junger Hirte, kam im Jahr 1177 aus den Ardèche-Bergen. Er sagte, er sei von Gott gesandt, um in Avignon eine Brücke zu bauen. Anfangs hielt man ihn für verrückt, aber er hatte eine Stimme vernommen, die aus dem Himmel kam und ihm diese Aufgabe vorschrieb. Der Bau der Brücke war eine Herausforderung gegenüber den Elementen. Die Brücke St-Bénezet ist vermutlich das älteste Bauwerk über die Rhône zwischen Lyon und dem Meer. Die neue Brücke erstreckt sich über 900 Meter und besitzt 22 Bögen. Nach seinem Tod wurde Bénézet in der Brücke beigesetzt. Ludwig XIV. ist einer der letzten, der die Rhône vor ihrem „Einsturz“ im 17. Jhdt. überquerte. Allerdings wollte er die Restaurierung nicht bezahlen, obwohl er die Brücke in Besitz nehmen wollte.
Das Volkslied „Sur le Pont d’Avignon“ komponierte Pierre Certon bereits im 15. Jhdt. Der internationale Erfolg kommt einige Jahre später mit einer anderen Operette, die 1876 herauskam, und schließlich „Sur le Pont d’Avignon“ hiess.
Nach relativ kurzer Fahrt erreichen wie am folgenden Tag das Meer. An den Dünen entlang. Durch die wunderschöne abwechslungsreiche Camargue bewegen wir uns zwischen Meer und Kanälen. Immer wieder sehen wir Flamingos.
