Früh morgens geht’s weiter… na ja so früh war’s auch nicht – etwa 10 Uhr. Geradeaus zwischen Meer und Flamingos bis nach Perpignan. Dort biegen wir ab ins Landesinnere. Schöne Strassen, viele Autos doch weniger Womos. Die N116 führt am Fluss Têt entlang.

Je höher wir fahren, um so trister wird das Wetter. In dem Tal vor uns scheint eine Versammlung der Wolken zu sein. Mein Gott, dort scheint das Ende der Welt zu sein! und genau dorthin führt uns unser Navi. Liebe Welt wir werden von Wolken verschlungen… erste Schneeflocken tanzen um unser Womo. Wohin fahren wir bloss? Winterreifen und Schneeketten sind vorhanden, nur niemand der die Schneeketten wirklich montieren möchte. Weiter… hurra wir sind gerettet. Ein langer und kostenpflichtiger Tunnel führt uns weg vom Schneefall in eine schneebedeckte Landschaft. Hinter uns liegt der erste Skisport-Ort Porté-Puymorens. Ich bin so hin und her gerissen, Ski fahren oder Womo fahren. Draussen ist es empfindlich kalt. Ich bleib im warmen Womo. Bald erreichen wir die Grenze Frankreich-Andorra. Der Franzose lässt uns raus. Beim Andorrischen Zoll fahren wir auf der Bus-Spur vor. Eine Zöllner weist uns ein. Alles wird kontrolliert. Als sie zufrieden war, konnten wir wieder einsteigen.
Nach dem Zoll steht das erste andorrische Dorf vor uns. Ein richtiges Wirr-Warr. Leute mit riesigen Einkaufstüten beladen gerade ihr Auto. Passt da alles rein? Busse gefüllt mit Einkaufstouristen, gehetzte Passanten und dann stehen wir mitten auf der Strasse und wissen nicht wohin…wir drehen wieder und fahren durch den nächsten kostenpflichtige Tunnel. Dieser führt uns direkt in den nächsten Skiort. Jedes Haus ist ein Hotel, eine Ferienwohnung oder hat sonst etwas mit Tourismus zu tun. Auf der rechten Seite befinden sich Skilifte. Die Strasse führt durch das enge Tal hindurch. Die Tankstellen verkaufen den Liter Diesel für €1.02. Bald wird es dunkel und wir möchten noch vor Dunkelheit Andorra la Vella erreichen, die Hauptstadt. Eingekesselt im Tal befindet sich nun doch noch Andorra vor uns. Wir fahren in Richtung Parkplatz für Wohnmobile. Dieser befindet sich direkt im Zentrum. Ein Hindernislauf bzw Fahrt beginnt. Überall stehen Fahrverbote ab 3.5T Fahrzeuge…. und nochmals eine andere Strasse…wir fragen…nun fahren wir einfach dem Öv-Bus nach. Geschafft, der Parkplatz ist vor uns, doch alle möglichen Plätze belegt. Grrrr!!! So stellen wir unser Fahrzeug auf den Pkw-Parkplätzen ab. Schnell warm anziehen und die Stadt besichtigen.
Endlich shoppen ohne Ende! Die spannendste Zeit haben wir erwischt – Shopping Festival 2019. Also noch mehr Shopping. Viele Kaufwillige füllen die Strassen. Wir bestaunen das Gedränge auf der Shopping-Meile bei einem Kaffee und einem Stück hausgemachtem Kuchen. Um 20Uhr schliessen die Läden. Nur die Restaurants haben noch länger offen.
Hast du gewusst, dass Andorra älter ist als die Schweiz? Andorra wurde am 8. September 1278 gegründet. Mit 78.000 Einwohnern und 468 km² ist es der Fläche nach der größte der sechs europäischen Zwergstaaten. Es ist das einzige Land der Welt, in dem zwei ausländische Amtsträger gemeinsam die Funktion des Staatsoberhauptes wahrnehmen. Der Bischof von Urgell und der Präsident von Frankreich regieren in einer symbolischen Doppelherrschaft. Andorra gehört zu den so genannten Steueroasen. Andorra hat einen besonderen internationalen Status. Es gehört weder zur EU noch zum Schengenraum.
Am nächsten Morgen zahlen wir den wo möglich teuersten Wohnmobil-Abstellplatz den wir je bezahlt haben € 49.-. Nach kaum gefühlten 5 Minuten sind wir bereits wieder am Zoll. Der spanische Zöllner fragte nur kurz, ob wir etwas gekauft haben.
